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Kiffen - Generationskonflikt

Wenn Eltern erfahren, dass ihre Töchter oder Söhne Cannabis konsumieren, geraten die meisten von ihnen in helle Aufregung. Manche, vor allem Mütter, werden sogar derart von Panik egriffen, dass sie handlungsunfähig gelähmt sind. Aber selbst dort, wo Eltern versuchen, mit ihren Kindern vernünftig zu sprechen, kommt nicht immer die angestrebte Verständigung zu stande. Das liegt unter anderem daran, dass in solche Gesprächen Welten aufeinander prallen. Mütter und Väter, Lehrer und Sozialarbeiter müssen über etwas sprechen, was ihnen allzu oft gänzlich fremd ist. Vielleicht wissen sie noch manches über die Droge an sich, aber die Wirkungen, die Begleitumstände des Konsums sowie die vielfältige Zubehör- und Utensilienwelt der Haschischkultur sind unbekanntes Terrain. Infolgedessen lautet eine Standartäußerung zahlreicher kiffender Jugendlicher: " Mit meinen Eltern zu reden bringt überhaupt nichts. Die wissen doch überhaupt nicht, was beim Kiffen abgeht oder was ich meine."

Deshalb: Seien Sie als Eltern neugierig! Gehen Sie an Ihrem Wohnort in einen der allerorten aus dem Boden sprießenden Läden, die die Utensilien der Cannabiskultur feilbieten. Irgendwo in Ihrer Nähe werden Sie einen entsprechenden Head- oder Growshop ausfindig machen. Die Läden mit einschlägigen Namen wie "Hanfgalerie", "Gras Grün" und wie sie alle heißen, sind völlig legal. Die Droge Cabnnabis untersteht zwar dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG), aber der Handel mit Utensilien, von denen jeder weiß, wozu sie bestimmt sind, ist nicht verboten.

Hanfläden sind für alle Interessierten eine informative Quelle, sich das kleine Einmaleins des Kiffens erklären zu lassen. Nutzen Sie als Eltern diese Möglichkeit. Gehen Sie mit offenen Augen durch solche Läden, schauen Sie sich neugierig um, fragen Sie. Es könnte Ihnen bei einem längeren Verweilen in einem Headshop allerdings passiere, dass Sie dort zufällig auf einen Ihrer Söhne, eine Ihrer Töchter oder andere Ihnen bekannte Jugendliche treffen.

In jedem Falle haben die Läden einen regen Puplikumsverkehr.

Vielleicht sind Sie überrascht, unangenehm berührt oder gar schockiert von dem jugendlichen Alter mancher Jungen und Mädchen, die bereits so ganz selbstverständlich ein Rauchgerät ihrer Wahl erwerben möchten. Lassen Sie sich desgleichen nicht irritieren von manch verklärtem oder verzücktem Ausdruck in den Gesichtern der Cannabis-Liebenden. der Ausdruck ist durchaus wörtlich zu verstehen, denn nicht wenige der mit Haschisch oder Marihuana vertrauten Menschen pflegen ein regelrechtes Liebesverhältnis zu ihrer Droge. Manche Altkiffer sind mit dem Objekt ihrer Begierde in die Jahre gekommen. Ihr Liebesverhältnis zu Cannabis gleicht allerdings häufig mehr dem einer abgenutzten, freudlosen Ehe als einem freudigen Beziehungstanz.

Lassen Sie sich vorurteilsfrei und nicht wertend auf das Betreten eines Headshops ein. Bedenken Sie, dass es für Sie um einen informativen Einblick in eine Ihnen vermutlich unvertraute Welt und nicht um einen Kampf an der "Drogenfront"geht. Der Besuch eines solchen Ladens kann nicht verhindern oder aus der Welt schaffen, dass vielleicht gerade Ihr Nachwuchs gerne raucht. Er eröffnet Ihnen aber neue Gesprächsebenen, auf denen sich dann tatsächlich ein Dialog entwickeln vermag. Sich besser auszukennen mit dem, was Jugendlichen in deren Lebenswelt wichtig ist, gibt Ihnen als Eltern mehr Sicherheit. Unsicherheit, Angst oder gar Panik haben noch in keinem Fall dazu beigetragen, interessanten Drogen den Rang abzulaufen. Sie verschärfen die Situation eher.

Wenn Sie tatsächlich einmal einen der einschlägigen Läden betreten, können nicht nur Sie davon profitieren. Ein nützlicher Effekt vermag durchaus in die andere Richtung zu wirken. Den Besitzern und Angestellten entsprechender Geschäfte schadet es nicht, wenn sie in unaufgeregten Gesprächen auch einmal etwas über die berechtigten Sorgen und die Gefühle der Mütter und Väter ihrer Kunden erfahren. Auf diesem Auge sind die "Hänflinge" meistens erschreckend blind, auch wenn sie das selbst nicht wahrhaben möchten. Ein wirklich guter Verkäufer in einem Headshop lässt allerdings auch "Safer-Use"-Hinweise (sicherer Gebrauch) zu einem überdachten und verantwortungsvollen Umgang mit Cannabis in seine Verkaufsgespräche einfließen.

Quelle: aus dem Hanfjournal entnommen





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