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Aktuelles
aus der Presse

Datenspeicherung
oder die totale Kommunikationsüberwachung
E-mailkonto
nur noch gegen Personalausweis? So lautet die Überschrift bei Heise
News zum Referenten-
Entwurf zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung aus dem
Bundesjustizministerium.
Bei www.freace.de
stellt man zu diesem Thema die Frage, ob der mangelnde Widerspruch aus
der
Bevölkerung zu diesem Vorhaben darauf hindeutet, dass wir ein depressives
Volk geworden sind.
Ich denke, dass erstens die Information durch die Medien zu diesem Thema
viel zu spärlich ist und
zweitens den Wenigsten die Tragweite dessen bewusst ist, was auf sie zu
kommt,
wenn diese Gesetze verabschiedet werden.
Ich habe
nichts zu verbergen ist das Argument, welches am häufigsten zu hören
ist und sein wird,
wenn man jemanden auf diese Überwachung hin anspricht.Offensichtlich
ist den Menschen nicht bewusst,
dass diese Überwachungsvorhaben schlimmer und ekliger sind, als die
Denunzierungstaktiken im
Dritten Reich oder die IM-Denunzierung in der ehemaligen DDR.
Jedes Telefonat,
egal ob Handy oder Festnetz und jede Mail soll für 6 Monate gespeichert
werden.
Auch die Anonymisierungsdienste, deren eigentliche Aufgabe ja das Gegenteil
ist, müssen nach dem Willen
der Gesetzgeber diese Vorratshaltung von Informationen durchführen.
Wer seine Angebeteten zarte oder
auch derbe Liebesbeweise ins (Handy) Ohr säuselt, der Staat hört
mit. Wer heimlich oder auch zufällig mal
im Internet auf Pornoseiten gerät, der Staat weiß es. Schlicht
alles, was über das Telefon oder das
Internet an Meinungen und Informationsaustausch läuft, der Staat
kann darauf zurückgreifen.
Auch hier wird noch so mancher sagen, er habe nichts zu verbergen, aber
diese Meinung deutet eigentlich
nur auf ein gerütteltes Maß an Dummheit hin.Ich kann meine
Gespräche und meine Mails kontrollieren,
dass nichts Verfängliches auf diesem Weg abgewickelt wird, aber das
schützt mich nicht.
Ich bekomme Mails, die ich eigentlich nicht haben will, die möglicherweise
verfängliche inhalte haben
und es nützt mir nichts, dass ich diese gleich lösche, denn
die Verbindung des Absenders zu meinem
Mail-Account ist schon für 6 Monate gespeichert. Ein vom Geheimdienst,
egal von welchem, überwachter
Mensch wählt versehentlich meine nummer, schon ist ein Kontakt zu
mir vorhanden, der mich in Teufels
Küche bringen kann. Auch wenn ich nicht direkt involviert bin, kann
es Fingerzeige zu mir geben.
Jemand ist aus irgendeinem Grund sauer auf mich. Er schreibt eine Mail
oder ruft jemanden an und
erzählt etwas über mich, dass dann stark aufgebauscht wird,
um der Nachricht entsprechendes Gewicht
zu verleihen, der oder die Dritte meldet das wieder an andere Kumpels
oder Freundinnen weiter und die
ursprüngliche Nachricht wird weiter verfälscht ( die Art, wie
Gerüchte entstehen) und alles wird gespeichert.
So kann man schnell in Sachen geraten, mit denen man wirklich nichts zu
tun hat.
Aber es ist viel schwerer, zu beweisen, dass etwas nicht ist als bei bestehenden
Fakten die wirklichen
Umstände nachzuweisen. Die meisten Menschen werden trotz all der
Überwachung vermutlich unbehelligt
bleiben, aber keiner hat eine Garantie dafür. Man hat der falschen
Person auf die Zehen getreten oder
es passiert etwas, was einen in den Fokus von Ermittlungen rückt,
direkt oder indirekt und schon hängt
man in einer Sache drin, mit der man nichts zu tun hat Und dann wird man
merken, wie schwer es ist,
gegen informationen anzugehen, deren Quelle einem nicht bekannt ist.
Kein Mensch ist sich wirklich bewusst, wie oft er unbedacht Äußerungen
macht, die nur Halbwahrheiten
darstellen oder lediglich aus Image-Gründen verbreitet werden, aber
in Verbindung mit anderen Daten
verfänglich werden können. Der beliebte Spruch, ich habe nichts
zu verbergen, ist Dummheit pur,
wenn er im Zusammenhang mit einer totalen Kommunikationsüberwachung
geäußert wird.
Im Dritten Reich sind zahlreiche Menschen, die das auch glaubten, letzlich
im KZ gelandet, in der DDR
ins Gefängnis und wer glaubt, wir leben in einer Demokratie, in der
so etwas nicht passieren kann,
hat sich offensichtlich noch keine gedanken über die frage gemacht,
wie die totale Überwachung mit
einer Demokratie in Zusammenhang gebracht werden kann. Die Speicherung
der Daten erfolgt
verdachtsunabhängig, aber sie können beim geringsten Verdacht
hervorgezerrt werden.
Der Verdacht muss nicht einmal gegen Sie gerichtet sein, aber irgendwo
findet sich eine Verbindung zu
Ihnen und schon hängen Sie drin. Selbst wenn Sie die Dinge klarstellen
können, bedeutet das für Sie viel
unangenehmen Aufwand und einmal in einem Verdacht gestanden zu haben kann
Sie leicht in eine nicht
öffentliche Datenbank bringen, die ich als VVP bezeichnen möchte.
VVP= Verzeichnis verdächtiger Personen
Wehren Sie
sich rechtzeitig und protestieren Sie. Aber Sie können noch mehr
tun. Beteiligen Sie sich
an einer Verfassungsbeschwerde, die für Sie völlig kostenlos
ist. Hier finden Sie zu dieser
Verfassungsbeschwerde weitere Informationen: www.vorratsdatenspeicherung.de
Wer den Referentenentwurf
zunächst lesen möchte: Die Humanistische Union hat ihn auf ihre
Webseite
gestellt. Aber Vorsicht, das 209 Seiten starke Werk ( als PDF) erfordert
gut 22 MB Speicherplatz und
ein Download dauert einen Moment.
www.vorratsdatenspeicherung.de
Der Verfasser
ist anonym
©
doorbreaker.com
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