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Pitbull gibt bekannt

Schriftliche Korrespondenz


Diesen Brief schicken wir an die Schulen, die unser Logo diskriminieren. Obwohl schon öfter
versendet, hat noch nie einer geantwortet. Der Wahrheit läßt sich nun mal nichts
entgegnsetzen...

Aber Hallo Hr. Lehrer

Einige Schüler Ihrer Schule berichteten mir, daß Schüler von Produkten aus unserem Hause
diskriminiert und mit Vorurteilen belegt werden. Dabei geht es wohl wieder um Extremismus
und Fremdenfeindlichkeit. Erlauben Sie mir dazu eine Fragestellung. Was verstehen Sie denn
unter rechtsextrem? Alles jenseits der SPD? Nach dem Motto:"Bild Dir Deine Meinung".
In der Mathematik lernte ich damals in der Algebra, daß ein Extrempunkt immer stark eingeengt
und begrenzt ist. Ist ein FDP-Politiker in Bezug auf einen PDS- Funktionär nicht auch extrem?
Nämlich extrem liberal? Oder ein Grüner zur CDU extrem ökologisch? Allein schon aus logischen
Überlegungen zeigt sich, daß die Begrifflichkeiten "radikal" und "extrem" vollkommen irreführend
sind, da sie nicht objektiv nichtwertend bzw differenzierend beurteilen können.
Das können nur Sie, indem Sie auf ganz plattem Wege versuchen, uns und unseren Kunden
irgendeine auf Vorurteilen beruhende Fascho-Nazi-dritte Reich-Geschichte anzukleben.
Das allerdings, ohne uns oder unsere Firma zu kennen. Und genau das hatten wir schon mal
im dunklen Zeitalter des dritten Reiches, daß Menschen vorverurteilt wurden an Ihrem Äußeren,
ihrer Religion, ihrer Herkunft, ohne sie zu kennen. Das Schlagwort: "Das sind welche" hat
ausgereicht damals wie heute. Und die, die es riefen wähnten sich auch im Recht zu sein,
ebenfalls damals wie heute. Dazu stelle ich fest: In meiner Firma liegt der Ausländeranteil
bei 50 Prozent. Hierbei handelt es sich um Personen aus Serbien, Mazedonien, Spanien, Türkei
und auch ein Farbiger ist dabei, der im übrigen auch die Position des "Radikalenbeauftragten"
innehat und auch ausschließlich Textilien mit Pit Bull-Logo trägt. Der Name Pit Bull bezeichnet
eine amerikanische Hunderasse und Amerika ist doch unser gesellschaftliches Leitbild
schlechthin. Es steht doch für Freiheit, Unabhängigkeit, Toleranz und friedliches Miteinander
verschiedenster Kulturen. Nike, LA Gear, Tommy Hilfiger wären da einige Beispiele.
Diese Marken werden allerdings nicht gleich mit dem Indianer-Genozid assoziiert.
Das im glorreichen Amerika das Wahlrecht für Schwarze erst 1965 eingeführt wurde würde
auch niemals öffentlich diskutiert werden. Meiner Ansicht nach steckt in den Begriffen
"Deutscher Schäferhund" oder "Rauhaardackel" wesentlich mehr Extremismus als in Pit Bull.
Dessen Vorfahren wurden auch nicht als Wachhunde eingesetzt und in der Statistik für
Beißunfälle liegt er ganz deutlich hinter Husky oder den "deutschen" Rassen mit starker
Hundehalterlobby. Wenn Sie sich berufen fühlen etwas gegen einen Mißstand zu unternehmen,
warum tun Sie dann eigentlich nicht etwas Sinnvolles? Der Verein gegen tierquälerische
Massentierhaltung,

Amnesty International oder diverse Umweltschutzverbände bieten doch
durchaus auch hübsche Plattformen um sich zu profilieren und gesellschaftliche Anerkennung
zu erhaschen. Ich kann da Ihre Handlungsweise auch bei "extrem" guten Willen nicht
nachvollziehen. Für Ihre Schüler ist der Vollsuff ab dem sechzehnten Lebensjahr völlig
legal (40 000 Tote durch Alkohol pro Jahr!), pornographische Hardcore Filme sind nahezu
völlig frei zugänglich, Gewaltexzesse im öffentlichen TV werden als "Unterhaltung" deklariert
und wem das noch nicht reicht, der kann auf ein vielfältiges Angebot an Videofilmen zurück
greifen, von Kettensägenmassaker bis Ritualmorden als Real-TV, alles dabei. Die Computerspiele,
die Ihren Schülern mit verlockenden Brutal-Trailern angeboten werden beinhalten auch
bevorzugt das Thema "Töten und Schlachten". Auch wenn man in einer sogenannten
"christlichen" Gesellschaft mit "christlichen" Parteien Jesus als Hurensohn bezeichnet ist
das straffrei und im besten Fall noch Kunst. Aber ein T-Schirt mit dem Pit Bull Logo, das stellt
in Ihren Augen ein öffentliches Ärgernis dar???????
Weiterhin bleibt zu hoffen, daß keiner unserer zahlreichen ausländischen Kunden Ihre intolerante
Schule besucht. Wenn nämlich ein türkischer oder marokanischer Schüler in Ihren
Unterrichtsräumen weilt, könnten Sie schnell als "fremdenfeindlich" identifiziert werden,
wenn Sie ihn mit Ihrer fadenscheinigen, kleingeistigen Argumentation nach Hause schicken.
Hier in Frankfurt wird das Pit Bull Logo von vielen, vielen Marokanern, Türken, Jugoslawen,
Russen, Algeriern, Kambodschanern, Nigerianern, Kurden, etc. getragen. Würden Sie denen
auch Ihre rechten Vorurteile ankleben? Meinem laienhaften Grundverständnis nach existiert
weder in der Schulordnung noch im Schulverwaltungsgesetz ein entsprechender Passus,
der Ihre Profilierungskampagne gegen uns legitimiert. Ich denke da eher an § 35 der Schulordnung
"Unparteilichkeit der Schule" oder §36 "Meinungsfreiheit des Schülers". Auch im §18, der den
Ausschluß vom Unterricht beinhaltet fand ich keine Grundlage für Ihre Argumentation.
Ihr Verhalten ist übrigens deckungsgleich mit Lehrern und Rektoren der ehemaligen
DDR, dort wurden auch Schüler mit "Westklamotten" nach Hause geschickt.
Nach wie vor würde mich auf jeden Fall interessieren, worauf Sie den Haß gegen uns begründen.
Aber mit an Sichheit grenzender Wahrscheinlichkeit fällt Ihnen nichts anderes ein, als mit diesem
Brief sich an alle möglichen Institutionen zu wenden, die "rechtliche Schritte" gegen uns
unternehmen "müssen". Und obwohl Sie in Ihrem Halbtagsjob mit reichlich Ferien durchaus über
viel Zeit verfügen, werden Sie mir höchstwahrscheinlich auch nicht antworten. Sie legitimieren
das für sich persönlich mit dem Argument: "Mit diesem Rechtsradikalen stelle ich mich nicht auf
eine Stufe, und setze mich auch nicht auseinander". Interessant zu erfahren wäre, ob Sie Ihr
von Vorurteilen durchsetztes Niveau, in kritischer Selbsteinschätzung, ÜBER oder UNTER dem
unsrigen ansetzen würden? Na ja, der Wahrheit läßt sich nicht viel entgegen setzen und als
Zeichen, daß Sie nur Vorurteile aber keine Argumente haben werden Sie schön auf
"Nicht-Erkennen" machen. Ich appelliere jedenfalls an Sie und Ihr Kollegium ein wenig mehr
Toleranz auszuüben denn Diskriminierungen, egal welcher Art, werden das
Demokratieverständnis Ihrer Schüler eher erschüttern als untermauern.

Gruß aus Frankfurt


Achim Langer & Kaya Budak






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